Jönköpings Posten, 19.4.2002
In wenigen Tagen öffnen Stefanie Busam Golay und Nils Golay ihre Villa Vilan in Galtås [...]. Nach monatelanger harter Arbeit ist das rote, um die Jahrhundertwende erbaute Haus nun fertig renoviert. [...]
Stefanie und Nils, die ursprünglich aus der Schweiz kommen, entdeckten das Landhaus in Galtås [...] im Sommer 1999. Mehrmals hatten sie ihre Ferien in Schweden verbracht und waren beeindruckt von der Ruhe und der lieblichen Natur. Die Idee, ein Haus zu finden und sich hier niederzulassen, wurde geboren; und nachdem sie mindestens achtzig Häuser in Småland angeschaut hatten, entschieden sich Stefanie und Nils für das über hundertjährige Landhaus in Galtås. An einem Tag wie heute, an dem die Frühlingssonne auf den Hof und die grünen Hügel scheint, ist dies unschwer nachzuvollziehen. Will man – wie Stefanie und Nils – [...] Gäste beherbergen, so ist die Lage so gut wie perfekt: mit der Nähe zur Europastraße E4, zur Zuglinie und zum Flughafen in Jönköping verkehrstechnisch gut situiert, aber dennoch so abgelegen, dass den Gästen Ausgleich und Ruhe geboten wird.
„Den Namen Villa Vilan zu wählen, war eine Anregung von meiner Schwedischlehrerin in der Schweiz; sie fand, dies sei ein passendes und nettes Wortspiel.“, erzählt Stefanie.
In der Villa Vilan sollen die Touristen aber nicht nur in den Genuss einer behaglichen Unterkunft und eines guten Frühstücks kommen. Stefanies und Nils’ Gäste sollen auch [ein Ruder-/Motorboot] und Kanus sowie Fahrräder mieten können. Es gibt viele Flüsse in der Nähe, die für das Kanufahren geeignet sind, und [...] der Nationalpark Store Mosse liegt vor der Haustüre. Diejenigen, die sich lieber auf dem Hof aufhalten, können im Backhäuschen das Backen von Holzofenbrot miterleben.
Neun Monate Schufterei
Seit ihrem Umzug in die Villa Vilan vor neun Monaten hatten Stefanie und Nils keine ruhige Minute. [...] Das Ergebnis der Renovationsarbeiten: helle und großzügige Räume; ein Haus, das Authentizität mit Komfort vereint. [...]
Kein Müßiggang
Aber nur weil das Haus nun fertig renoviert ist und bereitsteht für die ersten Gäste, soll man nur nicht glauben, dass sich Stefanie und Nils auf die faule Haut legen. Nils ist damit beschäftigt, ein Hühnerhaus zu bauen und die Scheune auszubessern und hofft, dass in einem Jahr eine kleine Herde von Schottischen Hochlandrindern auf dem zum Hof gehörenden Land [...] weidet. [...]
Das Schild mit der Aufschrift „Bed & Breakfast“ liegt – glänzend – griffbereit [...]. Sobald die Fenster geputzt sind, wird es an der Einfahrt zur Villa Vilan aufgestellt. Dann muss nur noch auf den ersten Gast gewartet werden.
Jönköpings Posten, 1.8.2002
Die Villa Vilan in Galtås [...] hatte eine geglückte erste Saison mit zahlreichen zufriedenen [...] Gästen.
Zufrieden
2001 zog das Ehepaar Golay in das über hundertjährige Landhaus. Nach unzählbaren Arbeitsstunden, die sie für die Renovation des Hauses aufgewendet hatten, konnten Stefanie Busam Golay und Nils Golay ihr Gästehaus rechtzeitig zur Sommersaison öffnen: Das Debüt wurde ein großer Erfolg. [...]
„Das Wichtigste ist, dass die Gäste zufrieden sind; – und das waren sie.“, freut sich Stefanie.
Holzofenbrot
Der Name Villa Vilan [vila = Ruhe, Erholung] ist sprichwörtlich. In erster Linie begibt man sich hierher, um sich Ruhe und Erholung zu gönnen und um die Naturnähe zu genießen. [...]
„Hier kann man auftanken. Das beabsichtigen viele der Gäste. Einige nutzen die Villa Vilan auch als Zwischenstopp auf ihrem Weg zum Vergnügungspark High Chaparral oder zum Glasreich.“
Stefanie und Nils kommen ursprünglich aus der Schweiz. Nachdem sie ihre Ferien mehrfach in Schweden verbracht hatten, entschieden sie sich schließlich, hierher zu ziehen. Die wichtigsten Gründe waren die Natur und die Ruhe. Brot ist allerdings etwas, was sie von ihrem Herkunftsland vermissen. Neben dem Wohnhaus haben sie deshalb ein Backhäuschen mit einem echten Holzofen errichtet. [...]
„[...] Wir verkaufen unser Holzofenbrot direkt ab Hof. Außerdem vermieten wir die Backstube auch an diejenigen, die selbst backen möchten.“, sagt Nils. Es duftet köstlich im Backhäuschen [...]. Heute wird ungesüßtes Schweizer Brot gebacken.
Stefanie und Nils möchten auch noch Vieh – Kühe und Schweine – anschaffen. Nils hat bereits damit begonnen, die Scheune in Stand zu setzen [...].
Badische Zeitung, 22.4.2003
LEUTE AUS LÖRRACH: Stefanie Busam hat sich einen Traum verwirklicht und betreibt in schwedischer Einsamkeit einen Landhof
"Gründerin der Dagegen-Bewegung; veget(ar)iert auch ökologisch-ökonomisch durchs Schulleben", stand über Stefanie Busam 1988 in der Abiturzeitung des Hebelgymnasiums zu lesen. Mittlerweile hat die 33-jährige Lörracherin ihren Kopf durchgesetzt und einen Traum verwirklicht: Zusammen mit ihrem Mann ist sie in die südschwedische Einsamkeit ausgewandert. Im zu Skillingaryd gehörenden Weiler Galtås betreiben die beiden Stadtkinder naturnah einen kleinen Landhof.
Wer mit Astrid Lindgrens Erzählungen und den Bildern, Lauten, Düften und Geschmäckern vertraut sei, könne nachempfinden, wofür sie in der neuen Heimat schwärme, sagt Stefanie Busam. Nach dem Abitur studierte sie zunächst in Freiburg und Basel Soziologie, Psychologie und Geschichte. Aber schon früh zog es sie in die Natur: Sie arbeitete für eine Forschungsstation im Naturschutzgebiet "Petite Camargue Alsacienne" und lebte in dieser Zeit mit ihrem jetzigen Mann, dem Schweizer Biologen Nils Golay, in einem kleinen, einfachen Häuschen im Schutzgebiet. Je ein halbes Jahr reiste das Paar durch die USA und lebte in einer Blockhütte in Kanadas Yukon Territory, um zu erkennen, dass die absolute Einsamkeit ihre Sache nicht ist.
Gleichwohl zog es das Paar vom Land der Kühe in das der Elche, aus der Sicherheit und Routine, aus Enge und Krach in die Freiheit und das aufeinander Angewiesensein, in den Freiraum und die Stille. Besonders schätzten sie die freundlichen, ruhigen und aufgeschlossenen Menschen und die geringe Bevölkerungsdichte mit mehr Gestaltungsmöglichkeiten. "Das spiegelt sich in vergleichsweise geringen behördlichen Restriktionen und dafür engerem Nachbarschaftsverhältnis."
So ganz den Soziologenchargon hat Stefanie Busam nicht abgelegt, wenn sie die Lebensweise als "kleinskalige, extensive Landwirtschaft" beschreibt. Das Paar backt eigenes Brot im Holzofen und verkauft es. Hühner einer alten schwedischen Rasse leisten der Hauskatze Ronja Gesellschaft. Und in bescheidenem Umfang will das Ehepaar, das über Telefon und E-Mail Kontakt zur alten Heimat hält, auch Schweine einer vom Aussterben bedrohten Rasse und Kühe in Muttertierhaltung anschaffen.
Villa Vilan haben die beiden ihren Hof getauft, was ein Wortspiel ist. Denn vila heißt im Schwedischen Ruhe und Erholung. Genau das möchten die beiden ihren Gästen bieten. Denn alleine von der Minilandwirtschaft ließe sich auf Dauer die Existenz nicht sichern. Deshalb bieten die Golays Übernachtungen mit Frühstück oder ein Ferienhäuschen zum Mieten an.
Im Herbst durfte Nils Golay erstmals mit auf Elchjagd gehen. Zu den wichtigen Ereignissen dieser Jahreszeit gehört auch das so genannte "Husförhör", die Glaubensbefragung durch den Pfarrer, die sich zum Nachbarschaftstreffen mit Gesprächen zu Zeitfragen entwickelt hat. Apropos Nachbarn: Nachbarschaft stehe in Schweden vor allem für sich gegenseitig Helfen. "Wir hatten noch nie das Gefühl nicht willkommen zu sein."